Samstag, 18. Februar 2012

Moskau - fremd und geheimnisvoll

Es ist immer wieder verblüffend, was deutsche Lieder im Ausland für ungeahnte Auswirkungen haben. Vor allem bei den so genannten Partyhits ist das zu beobachten. Heute las ich in meiner Fernsehzeitung dass das Lied Moskau von Dschinghis Khan in Russland zum Kulturgut wurde. Darf man Wladimir Kaminer glauben, hat sich dieses Lied irgendwie durch den eisernen Vorhang geschmuggelt und wurde während des kalten Krieges in jeder russischen Disco, in den Clubs und Kulturhäusern von Moskau bis Sibirien gespielt. Jeder konnte den Text mitsingen und die meisten wussten auch um seine Bedeutung. 


Nun singen die Deutschen so unbedarfte Sätze wie: "Werf die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land!" Die Vermutung liegt nahe, dass diese Zeile zustande kam, da sich "Wand" so gut auf "Land" reimt. Der Russe an sich hat sich dieser Textzeile aber ganz anders angenommen. Kaminer klärt uns auf, dass in jeder russischen Speisekarte in den Restaurants und Kneipen seither auf der letzten Seite die Preise für zerschlagenes Porzellan zu finden seien. "Ob in Moskau, im Kaukasus oder im kalten Norden - überall. Und es ist gar nicht mal teuer...".


Ob das stimmt? Ich werde mich im Sommer, wenn nichts wesentliches dazwischen kommt, selbst davon überzeugen. Auf nach St. Petersburg! Eure Kошка
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