Samstag, 1. September 2012

Auf gute Nachbarschaft und gegen das Rowdytum

Der Pathologen-Nachbar ist ausgezogen. Vor zwei Wochen. Hinterlassen hat er ein kurzes Dankesschreiben für meine Briefkastenleerungs- und Mülltonnenrausstelldienste, eine Flasche Cremant und einen riesigen Haufen Müllsäcke in der Tiefgarage. Um letzteres kümmerte sich gottlob der aufmerksame Hausmeister Maier.

"Des war scho a super Nachbar! Immer freundlich und hilfsbereit." schwärmt unser Blockwart, äh, Hausmeister Maier in den höchsten Tönen. Dabei überlege ich, ob wir vom selben Nachbarn reden. Der, der mit mir auf demselben Stockwerk wohnte. Klar war er freundlich und auch hilfsbereit, aber er war ja auch nie da. Seit letztem Jahr wohnte er in Hamburg und kam nur alle paar Monate, um mal für eine Nacht in seiner Wohnung rumzuschreien. Der Gute leidet am Torret Syndrom. Aber da kann er nun wirklich nix für.

Nun gut, nun ist er weg und im ersten Moment ändert sich ja für mich erstmal nichts. Außer, dass ich nun einen Briefkasten weniger leeren darf und mich auch nur noch um meine Mülltonne kümmern muss. Die Dankes-Martiniflaschen, die sich die letzten Monate bei mir angesammelt haben, reichen für die nächsten drei Nachbarn locker mit.
Und nun bleibt es spannend. Es gibt da so ein böses Sprichwort: "Es kommt meist nix Besseres nach." Und just diesen Gedanken hatte wohl der Hausmeister auch schon. Ich schaute in sein mahnendes Gesicht als er mit leicht feuchter Aussprache verlauten lies:
"Wenn da so Rabauke einziehet, wisset Sie, da müsset mir uns wehre! Mir dürfet uns nix g'falle lasse! Bei uns drübe im Haus isch jetz au jemand Neues eingezoge und da musste i letzschtens scho klingle und sage, sie sollet a bissle leiser sei, es isch Freitagabend nach Achte und d'Leut wollet schlafe!"

Äußerlich nickend, innerlich kopfschüttelnd, sagte ich, dass ich nun meine Katzen füttern muss und leider keine Zeit mehr habe. Es war kurz vor acht und ich musste mich sputen, rechtzeitig im Bett zu liegen!
Good Night - hat mi g'freit! Eure Koschka
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